5.5 Gewährleistung einer nachhaltigen Umwelt

Für den Erhalt der Biodiversität und einen nachhaltigen Umgang mit der natürlichen Umwelt ergeben sich sowohl positive als auch negative Effekte durch die Mobilfunknutzung.

Ein bisher noch nicht erwähntes Einsatzgebiet des Mobilfunks ist der Naturschutz. Mobiltelefone können vor allem bei der Datenerhebung, Projektkoordination und beim Nationalparkmanagement sinnvoll eingesetzt werden258 und somit einen positiven Beitrag zu diesen Zielen leisten.

Das MDG 7 ist aber auch eines der wenigen Beispiele, bei dem sich bisher direkte negative Folgen der Mobilfunknutzung zeigen. Auch wenn in den Entwicklungsländern eine ausgeprägte Recycling-Kultur besteht,259 um die Mobiltelefone so lange wie möglich nutzen zu können, trägt deren Produktion zu dem globalen Problem des so genannten e-waste260 bei.

Ferner ist im Zusammenhang mit der Mobiltelefonproduktion auf den Coltan-Abbau hinzuweisen. Aus diesem seltenen Roherz wird das für die Mobiltelefonproduktion wichtige Metall Tantal gewonnen. Eines der größten Förderländer ist die Demokratische Republik Kongo (DRC), wo der Abbau während der Bürgerkriegszeit261 zur Finanzierung der Kriegsparteien beitrug. Aufgrund der immer noch schwachen staatlichen Strukturen erfolgt der Abbau meist unorganisiert und verursacht dadurch gravierende Umweltschäden. Darüber hinaus bedroht die Coltangewinnung den Lebensraum der in der DRC ansässigen Berggorillas.262

Somit werden die nur schwachen positiven Auswirkungen auf einen nachhaltigen Umgang mit der natürlichen Umwelt und den Erhalt der Biodiversität deutlich von den negativen Folgen der Produktion und Entsorgung der Mobiltelefone überschattet. Ein direkter Einfluss der Mobilfunknutzung auf den Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Lebensbedingungen in den Slums lässt sich nicht erkennen. Hierbei kann lediglich eine indirekte Wirkung über die ökonomischen Effekte vermutet werden, indem die Menschen mit Hilfe eines höheren Einkommens ihre Lebensbedingungen verbessern können.

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258 vgl. Banks, K. & Burge, R. (2004), S. 41ff
259 vgl. CBS Interactive, 17.10.2008
260 Anm. des Verfassers: Als e-waste werden entsorgte elektronische Geräte bezeichnet. E-waste, vor allem durch die Computerproduktion verursacht, wird häufig von den Industrieländern in die Entwicklungsländer exportiert, da die Entsorgung dort günstiger ist. Da jedoch keine fachgerechten Entsorgungseinrichtungen vorhanden sind, führt dies an den entsprechenden Entsorgungsstellen zu massiven Umweltschäden. Darüber hinaus enthalten viele Elektrogeräte toxische Stoffe, denen die Arbeiter in den Entsorgungsstellen beim Extrahieren verwertbarer Teile ausgesetzt sind. (vgl. BRITISH BROADCAST CORPORATION, 17.10.2008)
261 vgl. Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung, 17.10.2008
262 vgl. sueddeutsche.de GmbH, 17.10.2008; Der Spiegel, 17.10.2008