5.2 "Bildung für alle"
Im Bereich m-learning existieren innovative Ansätze, jedoch muss der Einfluss der Mobilfunknutzung zur Erreichung der Prämisse "Bildung für alle" zum derzeitigen Zeitpunkt als sehr gering eingeschätzt werden.
SMS und Sprachdienste sind die einzigen Services, die momentan flächendeckend in Entwicklungsländern verfügbar sind. Die Abbildung komplexer Inhalte, wie sie im Bildungsbereich notwendig sind, ist mit diesen eingeschränkten Möglichkeiten sehr schwierig. Vielversprechende Projekte wie Bridgeit beruhen in der Hauptsache auf anderen Technologien als dem Mobilfunk, der bei diesem Projekt nur eine untergeordnete Rolle spielt und vermutlich ersetzbar wäre.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation ändert, wenn die Mobilfunkinfrastruktur in den Entwicklungsländern für Datenservices ausgebaut wurde und die entsprechenden Endgeräte zu deren Nutzung für einen Großteil der Menschen verfügbar sind. In diesem Zusammenhang werden erhebliche Potentiale für die Versorgung von Lehrern mit aktuellen Informationen und Materialien gesehen.252 Ob und wann dies der Fall sein wird, lässt sich jedoch nur sehr schwer vorhersagen.253
Somit bleibt der Einfluss auf dieses Development Goal bis 2015 wahrscheinlich gering. Die Projekte in der Gesundheitsvorsorge können auch dem Bildungssektor zugeordnet werden. Ihre Wirksamkeit ist höher einzuschätzen, was vor allem mit der Fokussierung der Inhalte und der damit einhergehenden einfacheren Umsetzung zu erklären ist. Allerdings sind diese Projekte - streng genommen - nicht der Grundschulbildung und somit nicht dem entsprechenden MDG zuzuordnen.
252 vgl. The World Bank Group's Global ICT Department (Hrsg.) (2003), S. 15f
253 vgl. Kapitel 4.5
